Rettet das Deutschlandhaus

„Deutschlandhaus“ so heißt das Bürohaus an der Straßenecke Dammtorstraße, Valentinskamp und Gänsemarkt. Es wurde 1928/29 nach Entwürfen von Fritz Block und Ernst Hochfeld als Kino und Kontorhaus errichtet und bildet mit dem gegenüberliegenden Gebäude, Fritz Schumachers Finanzdeputation, ein stadtbildprägendes Pendant.

Das Kontorhaus umschloss den damals mit 2.700 Sitzplätzen größten Kinosaal Europas, der weit über Hamburg hinaus berühmt war.

Im 2. Weltkrieg brannte der Kinosaal und das angeschlossene Bühnenhaus aus, das umgebende Kontorhaus wurde aber nur relativ leicht beschädigt. Unmittelbarer nach dem Krieg instandgesetzt, diente das Kontorhaus der britischen Besatzung als Kasino und Verwaltung, ab 1952 wieder zivil genutzt, wurde das Restgebäude von 1975 bis 1982 renoviert. Diese Renovierung war in weiten Teilen eine Neu- und Umgestaltung, es wurde dabei viel originale Bausubstanz vernichtet. Das aktuelle Gebäude ist deshalb in Teilen nur ein Nachbau des Originals.

Die Denkmalschutzbehörde beruft sich auf diese Veränderungen, um zu rechtfertigen, dass das Deutschlandhaus nicht unter Denkmalschutz steht – dabei wurde das Gebäude in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt zu dem, wie es sich heute präsentiert. Nicht zuletzt die an dem Bau angebrachte blaue Denkmal-Plakette zeugt davon, dass das Deutschlandhaus auch von Seiten der Stadt als schützenswertes Gebäude angesehen wurde.

Das Deutschlandhaus ist auf vielfältige Weise schützenswert: als bauliche Erinnerung an eine hanseatische Moderne, die in Hamburg sonst kaum vertreten ist; als architektonisches Erbe zweier Architekten, die als Juden diffamiert und ins Exil gezwungen wurden; als identitätsstiftendes und historisch gewachsenes Beispiel eines lebendigen Stadtkörpers.

2014 hat die ABG-Gruppe das Deutschlandhaus erworben. Sie plant nun den aktuellen Bau abzureißen. Damit soll eines der markantesten Gebäude der Hamburger Innenstadt verschwinden.

Unsere Website dient als Plattform, aktiv gegen die geplante Zerstörung dieses für das Stadtbild und die Identität Hamburgs wichtigen Gebäudes vorzugehen. Wir suchen Mitstreiter, die sich mit uns gegen den geplanten Abriss beziehungsweise für einen Neuaufbau des Deutschlandhauses im Sinne des Originals engagieren wollen.

WIR, das sind Matthias König und Katrin Werling. Wir haben uns seit Jahren über die Stadtentwicklung und das Verschwinden von immer mehr geschichtlich und ästhetisch bedeutenden Gebäuden in Hamburg geärgert. Der geplante Abriss des Deutschlandhaus war nun der Punkt, am dem wir glauben aktiv werden zu müssen. Wir möchten uns für ein Hamburger Stadtbild einsetzen, das eine Vielfalt von historischen und architektonischen Epochen widerspiegelt. Neu ist nicht automatisch besser.

Wenn Du auch so denkst und unsere Initiative unterstützen möchtest, melde Dich über rettetdasdeutschlandhaus@googlemail.com bei uns.